Marilyn

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Marilyn, Argentinien, Chile 2018, 80 Min., Regie: Martín Rodríguez Redondo, mit Walter Rodríguez, Catalina Saavedra, Germán de Silva, Ignacio Giménez, Rodolfo García Werner, Andrew Bargsted, Josefina Paredes, Germán Baudino

Es ist nicht viel los im ländlichen Argentinien, wo der junge, schüchterne Marcos mit seiner Familie lebt. Die Umstände sind bescheiden und die Geschlechterrollen klar verteilt. Der heiße Sommer macht das Leben nicht eben leichter, doch das Geld muss verdient und die Kuhherde zusammengehalten werden. Marcos schafft sich im Alltag immer wieder kleine Inseln der Freiheit, schminkt sich heimlich sein fast noch kindliches Gesicht oder schlüpft hinter verschlossener Tür in bunte Kleider. Der Karneval steht vor der Tür und soll Marcos' Leben genauso einschneidend verändern wie der unerwartete Umzug der Familie. Mit großer Ruhe und ganz ohne leitende Musik zeichnet Martín Rodríguez Redondo in seinem Debütfilm das zärtliche Porträt einer Jugend und einer vorerst unterdrückten Selbstfindung. Das Brummen der Motorräder verheißt gleichzeitig Freiheit und Bedrohung, und obwohl es aus dieser Welt kein Entkommen zu geben scheint, ist die Situation nicht hoffnungslos, denn irgendwann ist da der junge Federico. Kontemplativ sind die Bilder, geradlinig ihr Fluss, überraschend ist der Lauf der scheinbar vorherbestimmten Ereignisse. Eine Geschichte, die auf wahren Begebenheiten beruht.