I hate New York

Aus Wiki des SchwuR Uni Bielefeld
Wechseln zu: Navigation, Suche

I hate New York, Spanien 2018, 75 Min., Regie: Gustavo Sánchez, mit Amanda Lepore, Sophia Lamar, Chloe Dzubilo, T(ara) De Long


Poster-I-Hate-New-York.jpg

In der Untergrundszene der radikalsten Stadt der Welt kämpfen vier Künstler*innen und Transgender-Aktivist*innen einen emotionalen und erbitterten Kampf um eine eigene Identität. Sie sind die Überlebenden der Kunst- und Clubszene, die den 80ern entsprang, nach 9/11 langsam verblasste und in der die Trans*-Gemeinschaft aus Punk, Disco, New Wave und Kunst-Performances einen Ausdruck fand. Amanda Lepore ist die international bekannteste von ihnen und mittlerweile eine Ikone. Die aus Kuba stammende Electroclash-Künstlerin Sophia Lamar ist eine feste Größe in der Club-Kids- und Party-Szene und bildete lange Zeit ein Duo mit Amanda. Zusammen verklagten sie 2001 den Club Twilo wegen Geschlechterdiskriminierung, als sie durch Cis-Frauen ersetzt wurden. Erstmals wird auch die Geschichte von Chloe Dzubilo (1960–2011) erzählt, die sich seit den 90ern entscheidend für die Transgender-Gemeinschaft und Aids/HIV-Kranke einsetzte. Sie trat im Blacklips Performance Cult (gegründet von Antony Hegarty alias Ahnoni) auf und gründete die Punkband The Transisters, bei der sie über AIDS, Sucht und sexuellen Missbrauch sang. Mit ihrer Lebenspartner*in, Performerin und Transmann T(ara) De Long, feierte sie eine der frühen transsexuellen Hochzeiten.

Ein Jahrzehnt lang von 2007-2017 drehte der spanische Regisseur Gustavo Sánchez seinen Debütfilm nur mit einer Heimvideokamera und ohne Drehbuch. Nach und nach enthüllt er Fragmente aus dem Leben seiner vier Protagonist*innen – manchmal dramatisch, immer faszinierend und einfach außergewöhnlich. Er bewegt sich im Privatleben, hinter den Kulissen und im Publikum von Nachtclubs, in Taxis und in den Tiefen der Stadt. Eindrücke, Looks, Geständnisse, intime Momente und Transgender-Aktivismus verschmelzen zu einem Kaleidoskop des nicht immer einfachen (Über-)Lebens in New York City. Wie es sich fürs Nachtleben gehört, nimmt der Soundtrack einen besonderen Stellenwert ein: Lieder von den und über die Protagonist*innen, Musik des gefeierten zeitgenössischen Künstlers ARCA, von Alva Noto zusammen mit dem Oscar-prämierten Komponisten Ryūichi Sakamoto ("Der letzte Kaiser") sowie von der kultigen Drag-Sängerin Sharon Needles.

Quelle: homochrom