Lemebel: Unterschied zwischen den Versionen

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'''Lemebel, Chile, Kolumbien 2019, 96 Min., Regie: Joanna Reposi Garibaldi, mit Pedro Lemebel'''
 
'''Lemebel, Chile, Kolumbien 2019, 96 Min., Regie: Joanna Reposi Garibaldi, mit Pedro Lemebel'''
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Mit seinen scharfzüngigen, poetischen Texten und seinen provokanten Performances gehörte Pedro Lemebel zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Südamerikas. Im diktatorisch geführten Chile unter Pinochet sprach er Dinge aus, die sonst nur wenige zu sagen wagten. Aber auch der linken Opposition wurde er durch seine tuntig-exzentrischen Auftritte ungemütlich, spiegelte er doch dadurch deren eigenen Machismo und Homophobie. Laut und offen lebte und propagierte er ein unbequemes Schwulsein und kritisierte vehement den Wunsch einiger „gays“ nach Assimilation an eine heteronormative Gesellschaft.
 
Mit seinen scharfzüngigen, poetischen Texten und seinen provokanten Performances gehörte Pedro Lemebel zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Südamerikas. Im diktatorisch geführten Chile unter Pinochet sprach er Dinge aus, die sonst nur wenige zu sagen wagten. Aber auch der linken Opposition wurde er durch seine tuntig-exzentrischen Auftritte ungemütlich, spiegelte er doch dadurch deren eigenen Machismo und Homophobie. Laut und offen lebte und propagierte er ein unbequemes Schwulsein und kritisierte vehement den Wunsch einiger „gays“ nach Assimilation an eine heteronormative Gesellschaft.

Version vom 23. Februar 2019, 21:19 Uhr

Lemebel, Chile, Kolumbien 2019, 96 Min., Regie: Joanna Reposi Garibaldi, mit Pedro Lemebel

Lemebel500.jpg

Mit seinen scharfzüngigen, poetischen Texten und seinen provokanten Performances gehörte Pedro Lemebel zu den wichtigsten zeitgenössischen Künstlern Südamerikas. Im diktatorisch geführten Chile unter Pinochet sprach er Dinge aus, die sonst nur wenige zu sagen wagten. Aber auch der linken Opposition wurde er durch seine tuntig-exzentrischen Auftritte ungemütlich, spiegelte er doch dadurch deren eigenen Machismo und Homophobie. Laut und offen lebte und propagierte er ein unbequemes Schwulsein und kritisierte vehement den Wunsch einiger „gays“ nach Assimilation an eine heteronormative Gesellschaft.

Inhaltlich und visuell vielschichtig und mit subtilem Sound Design verarbeitet Joanna Reposi Garibaldi zahllose Dias und Videomitschnitte zu einem essayhaften Erinnerungsstück, das sie mit intimen Aufnahmen und Interviews anreichert. Indem sie Bilder von Lemebels Performances auf öffentliche Gebäude projiziert, unterstreicht sie nicht nur deren Charakter als Interventionen im öffentlichen Raum, sondern schafft auch ungewöhnliche zusätzliche visuelle Ebenen. Lemebel ist das Porträt eines unermüdlichen Kämpfers, der bis an sein Lebensende seine Stimme erhob.

Quelle: Berlinale