Parada

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Parada, Serbien, Republik Kroatien, Mazedonien, Slowenien 2011, 115 Min., Regie: Srdjan Dragojevic, mit Nikola Kojo, Milos Samolov, Hristina Popovic, Goran Jevtic, Toni Mihailovski

Mi, 30.05., 19 h


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Grenzüberschreitungen werden in Parada zum komödiantischen Prinzip. Das wilde Spiel mit Klischees und Stereotypen wurde in Serbien und in den Nachbarländern zum überraschenden Publikumserfolg. Hier verbinden lebensrettende Maßnahmen an einem Gangster-Pitbull zwei Welten, trifft Old-School-Machismo auf schwulen Einrichtungswahn, Homophobie auf exaltierte Geschlechterinszenierungen, hier bilden die alten Feinde – Serben, bosnische Muslime, Kosovo-Albaner und kroatische Kriegsveteranen – zusammen mit Schwulen-Aktivisten eine utopische Truppe. Gemeinsam wird man zum Himmelfahrtskommando auf Mission Impossible, will Nationalisten und Neonazi-Organisationen trotzen und dem erneuten Versuch einer Gay Pride Parade zum Erfolg verhelfen. Srdjan Dragojevićs Film ist ein Blick auf schwules (Über-)Leben in Serbien und ein Streifzug durch eine immer noch angeschlagene, zerrissene Gesellschaft, deren Fronten sich noch Jahre nach dem Krieg ziemlich erstarrt gegenüberstehen. Bei der Berlinale rief der Film ein sehr geteiltes Echo hervor, während viele Kritiker das Spiel mit Klischees für völlig unangemessen hielten und entsprechend harsch kritisierten, wählten die Leser der "Siegessäule" ihn auf Platz 1.

Lesenwert das Interview mit Srdjan Dragojevic in der TAZ


Quelle: Berlinale