Maman und ich

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Maman und ich, Frankreich, Belgien 2013, 85 Min., Regie: Guillaume Gallienne

Nach zwei Söhnen hätte Guillaumes Mutter lieber eine Tochter gehabt. Und so erzieht sie ihn förmlich zur Weiblichkeit, sodass er von allen als schwul abgestempelt wird. Auf der Suche nach seiner sexuellen Identität und dem Mann in sich stolpert Guillaume mit liebenswürdiger Naivität durch manch skurrile Begegnung. Immer wieder erscheint Maman dabei in Guillaumes Fantasie in denkbar ungeeigneten Situationen. Ihre verächtlichen Kommentare, wenn er als Mann wieder einmal versagt hat, sind nur eine von vielen urkomischen Ideen.

Guillaume Gallienne zeichnet seine Lebensgeschichte humorvoll nach und verblüfft mit bemerkenswerter Vielseitigkeit: Neben Regie, Co-Produktion und Drehbuchadaption seines eigenen Theaterstücks übernimmt er beide Hauptrollen. Gallienne beweist sicheres Gespür für das passende Timing und lässt uns nicht nur über, sondern auch mit seiner energisch-sturen Maman lachen, ohne ihr Vorwürfe zu machen. Der Film erinnert an frühe Werke von Woody Allen, besticht er doch durch seine herrlich ironische Reflexion der eigenen Biografie.

Grandiose französische Unterhaltung: Manchmal schräg und schrill, doch immer liebevoll und warmherzig! Gerade frisch überschüttet mit fünf Césars, den französischen “Oscars”.


Quelle: Schwule Filmwoche Freiburg