Bugis Street Redux

Aus WikiSchwuR
Wechseln zu: Navigation, Suche

Bugis Street Redux, Hongkong, China 1995/2012, 103 Min., Regie: Yonfan, mit Hiep Thi Le, Michael Lam, Greg- O, Ernest Seah

Bugis.jpg


Singapur im Monsunregen. An der Bugis Street, dem Epizentrum des multisexuellen Nachtlebens und der entfesselten Libido, hat eine hedonistische, transidentische Clique das schräge Liebeshotel SinSin fest im Griff. Das Leben dieser wahrhaft polymorph-perversen Geschöpfe ist ausschließlich ihren Träumen, der Schönheit, dem Vergnügen, der Lust und dem Genuss verpflichtet. In dieses fröhlich-hysterische Tollhaus stolpert frisch vom Lande die 16-jährige Lian, um ihre Arbeit als Mädchen für alles zu beginnen. Bald avanciert die Kleine zum verhätschelten Maskottchen der mit allen Wassern gewaschenen Queens, vor allem der mondän-mysteriösen Drago. Lians Erwachsenwerden in dieser turbulenten Umgebung führt zwar auch zu Liebeskummer, Abschied und frühem Leid, darüber hinaus aber zu der lakonisch-weisen Einsicht: „Das Leben und die Liebe sind wie dieses Hotel, ein stetiges Kommen und Gehen.“ Regisseur Yonfan, einer der bedeutendsten Autoren des asiatischen Indie-Kinos, kehrt mit dem vorzüglich restaurierten Film von 1995 ins Panorama zurück. Die transidentische Besetzung erregte zur Zeit seiner Uraufführung Aufsehen. Opulent fotografiert und ausgestattet, ist der Film ein höchst vergnügliches Plädoyer für das Recht auf selbstbestimmtes Leben und Lieben.

Quelle: Berlinale